In einer demokratischen Gesellschaft spielt die Bürger*innenbeteiligung in Planungsprozessen zur Gestaltung des öffentlichen Raums eine bedeutende Rolle. Es sind zwar alle Bevölkerungsgruppen
aufgerufen, sich an diesen Entscheidungsprozessen zu beteiligen, jedoch gelang bislang eine partizipative Stadtplanung - gerade von diversen Bürger*innen auf diesem Wege nur bedingt, da die stark formalisierten Prozesse einerseits und ein fehlender niedrigschwelliger Digitalisierungsgrad andererseits echte Teilhabe verhindert hat.

Ziel des vorliegenden Teilprojekts - angesiedelt an der HWR Berlin - ist die partizipative Begleitung und mehrstufige formative Evaluation einer benutzer*innenzentrierten Entwicklung eines Demonstrators einer kooperativen Multi-User-Anwendung mit integrierter MR-Technologie, die breite Bevölkerungsschichten zur Beteiligung an demokratischen Entscheidungsprozessen im Bereich Stadtplanung anregen soll.

Durch die verbesserte Genauigkeit gegenüber bestehenden Tracking-Lösungen werden neue Möglichkeiten zur Gestaltung von virtuellen Bedienelementen im Stadtraum aufgezeigt, die echte Partizipation von Bürger*innen an Stadtplanungsprozessen eröffnen sollen. Um die digitale Gesellschaft erfolgreich zu adressieren wird schon im Entwicklungsprozess der eingesetzten Technologie – also des geplanten Demonstrators – diverse Bürger*innen durch den Ansatz der partizipativen Softwaregestaltung direkt eingebunden.

In mindestens 3 zeitlich aufeinander aufbauenden Integrationsphasen wird der Demonstrator kontinuierlich verbessert. Die daran gekoppelte formative Evaluation soll in mehreren Anwendungsszenarien unter kontinuierlicher Einbeziehung der Partner*innen und Stakeholder an mindestens 2 Standorten (Fellbach und Berlin) erfolgen und nicht nur den eingesetzten Demonstrator in mehreren Schleifen verbessern helfen, sondern auch den Stadtplanungsprozess insgesamt gestaltungsorientiert um die Komponente Partizipation strukturell erweitern.

Mit Blick auf das Teilprojekt der HWR Berlin ergeben sich folgende Verwertungsmöglichkeiten der Projektergebnisse:

1. Digitale partizipative Stadtplanung

Die Publikationen im Bereich Transformative Technologien und Bürger*innenbeteiligung leisten einen
nachhaltigen Beitrag zur Digitalen Gesellschaft. Durch die direkte Integration u.a. der Digitalisierungsbeauftragten der Städte Berlin und Fellbach ist gewährleistet, dass der neu entwickelte Demonstrator in mehrere konkreten Anwendungsszenarios eingesetzt wird. Da die Ergebnissicherung auf der Grundlage einer formativen Evaluation erfolgt, können zukünftige Stadtplanungsprozesse - auch über die beteiligten Städte hinaus - diese Erkenntnisse und Erfahrungen strukturell in Form von Guildelines und Good practice-Szenarien nachhaltig implementieren. Durch den konsequenten partizipativen Gestaltungsansatz in Technik und Evaluation ist auch die Nutzerakzeptanz vollständig abgebildet und nachhaltig nutzbar.

2. Forschung und Lehre

Die Projektergebnisse lassen sich in die (IT-)-Lehre an der HWR Berlin integrieren. Auch die Durchführung von Bachelor- und Masterarbeiten im VR/AR-Bereich lassen sich insbesondere in den 4 TI-Studiengängen der HWR Berlin erfolgreich verwirklichen. Durch die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen können sich im Nachgang des Projekts die Förderung von Promotionen im Forschungs- und Entwicklungsbereich Transformativen Technologien (AR- und VR-Technologien) und Bürger*innenbeteiligung ergeben.Neben (Einzel-)Publikationen im Bereich Transformative Technologien & Digitale Souveränität lassen sich diese Erkenntnisse auch direkt auf die Digitalisierungsstrategie der HWR Berlin übertragen. Durch den Ausbau der Kontakte zu den Kooperationspartner*innen lassen sich neue inter- und transdiziplinäre Forschungsgebiete neu erschließen.
Durch die Initiierung von Folgeprojekten lässt sich das Feld Transformative Technologien durch den Aspekt Partizipation und Digitale Souveränität insgesamt erweitern.